Wallace
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Grußkarten mit 0190-Dialern - so schützen Sie sich |
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"Hallo, jemand hat dir eine Poesie-Grußkarte geschickt" - So oder ähnlich lauten die neuen Texte der E-Mails, die die Anbieter von 0190-Dialern verschicken. Danach findet sich nur noch ein Link zu einer Seite, die tatsächlich eine Grußkarte enthält - so funktioniert der Empfang von Grußkarten seriöser Anbieter auch. Doch im Hintergrund öffnet sich bereits ein weiteres Fenster, das dann prompt eine Aufforderung zur Installation eines "Live-Chat-Plugins" hervorbringt.
47,45 Euro für eine Stunde Chat
Jeder unbedarfte Anwender wird sich dabei nichts denken, schließlich bietet die Seite mit der Grußkarte die Möglichkeit, mit dem vermeintlichen Versender der Grußkarte Kontakt aufzunehmen - nichts liegt da näher als ein normaler Chat. Der Dialer, der sich als ein Chat-Plugin tarnt, stammt von der "Interfun GmbH", die immerhin in der Aufforderung vor der Installation auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen verlinkt. Diese bringen Erstaunliches zu Tage: Die Nutzung des Chat-Systemes kostet den Anwender "EUR 47,75 pro Einwahl" - für eine Stunde.
Bislang war es stets möglich, verdächtige E-Mails per Hand zu filtern. Wer sich nicht für einschlägige Angebote interessierte, konnte sich auf der sicheren Seite wägen und bedenkenlos löschen. Doch ist das Versenden von elektronischen Grußkarten mittlerweile gang und gäbe - das nutzen die Dialer-Anbieter nun aus. Auch, wenn in der E-Mail nicht der wirkliche Absender steht und auf der Internetseite noch nicht direkt erkennbar ist, wer den Gruß ausrichtete, werden sich viele nichts dabei gedacht haben und stolperten rasch in die Gebührenfalle.
So schützen Sie sich
Doch wie schützt man sich gegen solche Angebote? Wie kann man Grußkarten noch trauen? Wichtig ist für die Anwender, dass sie anfangen, merkwürdige E-Mails zu hinterfragen. Links auf kostenlose Hoster sind auch auffällig - in diesem Fall wurde zu Tripod Brasilien gelinkt. Seriöse Grußkarten enthalten in der Regel auch einen Link auf den Anbieter der Karten selbst - daher lohnt es sich, dessen Existenz vor dem Abruf zu überprüfen.
Verdächtig sind auch Abbestell-Adressen, die auf ganz andere Domains verweisen. Nicht jeder weiß, dass diese oft genutzt werden, um weitere Adressen für den Versand von Werbe-Mails zu sammeln - oder um zu überprüfen, dass der Empfänger sein Postfach noch wirklich nutzt.
Im Browser sollten die Sicherheitseinstellungen zumindest auf "Mittel" stehen und nicht jedes Plugin darf leichtgläubig installiert werden. Mit einem Klick auf "Nein" findet man schnell heraus, wie wichtig dem Anbieter die Installation des Plug-Ins doch ist: Kehrt die Aufforderung stets wieder oder weist ein Fenster auf die absolute Notwendigkeit - inklusive Anleitung zum Klick auf "Ja" - hin, kann man sich recht sicher sein, dass es sich hier um einen Dialer oder etwas ähnliches handelt.
Fast alle Dialer nutzen ActiveX-Elemente, um auf die Rechner zu kommen. Daher empfiehlt es sich, entweder einen 0190-Blocker oder gleich einen anderen Browser zu installieren. Schließlich unterstützen z.B. Opera oder Mozilla sowieso diese Microsoft-Technik nicht und erlauben bessere Kontrolle über Popups und andere sicherheitsrelevante Einstellungen. Auch ist die Aneignung einer Wissensbasis über Dialer sinnvoll. Zum Beispiel bietet die Seite dialerschutz.de sehr ausführliche Informationen zu diesem Thema.
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